13. September: Tag des Testaments - vielfältige Aktivitäten

13 Sep 2016

Der 13. September ist der internationale Tag des Testaments. Wir wollten wissen, was dieser Tag für uns alle bedeutet, und haben das Gespräch gesucht mit Claudia Lehnherr Mosimann, Präsidentin des Trägervereins von «MyHappyEnd».

Der 13. September – warum ist das ein wichtiger Tag in Ihrer Agenda?

Der 13. September ist der internationale Tag des Testaments. Er wurde 2011 auf Initiative von MyHappyEnd und der englischen Dachkampagne Remember a Charity in Your Will (RAC) lanciert. In sechzehn Ländern wird er unterdessen mit vielfältigen Aktionen begangen. Daran beteiligt sind über tausend Non-Profit-Organisationen, darunter zwanzig aus der Schweiz.

Der Testamentstag hat noch nicht gerade den Bekanntheitsgrad des Valentinstags.

Was ja eigentlich ganz erstaunlich ist, denn ein Testament zu verfassen, ist, wie Rosen zu schenken: ein Akt der Liebe.

Das ist schön gesagt. Es gibt aber in unserem Land schon noch Erklärungsbedarf zum Nutzen einer letztwilligen Verfügung.

Mit einem Testament sichern wir unsere Liebsten ab und beugen Erbstreitigkeiten vor. Die gesetzliche Regelung geht von traditionellen Familienkonstellationen aus. Doch unsere Lebenssituationen sind oft komplexer. Und wir haben auch Wünsche und Vorstellungen davon, welchen Beitrag wir mit unserem Erbe leisten möchten. Das alles können wir in einem Testament regeln.

Was geschieht anlässlich der Ausgabe 2016?

Zum diesjährigen Tag des Testaments veranstaltet MyHappyEnd erstmals ein Generationenkaffee. Bei dieser neuen Veranstaltungsreihe kommen bei Kaffee und Kuchen Menschen zusammen, um sich über Themen auszutauschen, die uns alle beschäftigen. Das Thema des ersten Generationenkaffees ist die Frage, welche Bedeutung der Generationenvertrag hat. Wie sieht es mit der Solidarität unter den Generationen aus? Ist Solidarität noch zeitgemäss? Was sind die Chancen und Risiken eines Generationenkontraktes? Welche Rolle spielt die Demografie? Wir wollen die gesellschaftliche Relevanz des Themas beleuchten.

Auf welche typisch schweizerischen Herausforderungen stossen der Testamentstag und MyHappyEnd allgemein?

In unserer Gesellschaft ist das Thema Sterben mit vielen Tabus verbunden. Auch Geld ist eine sehr private Sache. Ein Testament zu schreiben, verbindet diese beiden Themen. Das macht unsere Aufgabe nicht einfacher. Und man kann bei einer Sensibilisierungskampagne auch nicht einfach nur auf Altbewährtes setzen. Wir müssen innovativ sein. Die Kampagne von MyHappyEnd stösst bei den Hilfswerken auf viel Interesse und Wohlwollen, aber oft fehlen finanzielle Mittel oder die notwendige Geduld. Und viele Entscheidungsträger in den Organisationen haben noch nicht verstanden, dass alle Organisationen, grosse und kleine, einen wichtigen Beitrag zu leisten haben. Aufgrund der Demografie werden in den nächsten zehn Jahren enorme Vermögenswerte übertragen. Wir müssen die Chance, die sich dem Non-Profit-Sektor dadurch bietet, gemeinsam packen.

Hier geht es zum gesamten Interview


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