HomeNews25 Jahre Swissfundraising (III): Gründungsmitglieder im Interview – Martin Hürzeler

25 Jahre Swissfundraising (III): Gründungsmitglieder im Interview – Martin Hürzeler

01.07.2019

Im Rahmen unseres 25-Jahr-Jubiläums wagen wir immer mal wieder einen «Blick zurück» und bitten in einer dreiteiligen Interview-Serie Gründungsmitglieder zum Gespräch. Den Anfang macht Martin Hürzeler, der heute als selbstständiger Fundraising-Dienstleister tätig ist.

Swissfundraising feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Du bist nicht nur Gründungsmitglied, sondern warst auch im ersten Vorstand. Warum wolltest du dich damals für die Schweizerische Gesellschaft der Fundraising-Fachleute engagieren?
In der Einladung von Dr. Bruno Fäh zum ersten Treffen des sogenannten Arbeitskreises Fundraising Anfang 1993, also noch vor Gründung des Vereins, stand als erstes Ziel «Förderung des guten Sammelns und des guten Rufes des Fundraising». Diese Formulierung mag uns heute etwas schmunzeln lassen. Aber dieses Ziel beinhaltet auch ein gutes Weiterbildungsangebot und auch ein regelmässiger Erfahrungsaustausch. Das waren damals für mich, als ein an Erfahrung junger Fundraiser, die wichtigsten Motivationsgründe mitzumachen und ein Gefäss dafür mitzugestalten.

Welche Rolle übernahmst du im damaligen Vorstand? Was war dir wichtig?
Zusammen mit Peter Franken habe ich Anfang 1995 das erste Erfa-Treffen in Zürich organisiert und die folgenden Jahre weitergeführt. In den Anfangsjahren haben uns im Vorstand vor allem Themen wie Posttarife, Mehrwertsteuerbelastungen für NPO und natürlich die Weiterbildung beschäftigt.

Du bist seit jeher Mitglied beim Verband. Was ist dein persönliches Highlight (vielleicht gibt es auch mehrere) aus der 25-jährigen Geschichte?
Das sind für mich schon die sehr erfolgreichen jährlichen Fundraisingtage. Es ist der Anlass, wo sich die Fundraiserinnen und Fundraiser treffen und austauschen. Dort werden die wertvollen Kontakte geknüpft für gemeinsame Projekte oder auch für den Erfahrungsaustausch. Mich freut besonders, dass viele vertrauens- und respektvolle Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen seit der Gründungszeit des Vereins bestehen blieben.

Wie siehst du die Entwicklung des Verbands seit 1994?
Die Entwicklung ist für mich eine Erfolgsgeschichte; das konnten wir damals nicht ahnen. Dabei denke ich in erster Linie an die heutigen Tagungsangebote, Fachgruppen und Erfa-Treffen.

Wie beurteilst du die Entwicklung im Fundraising in der Schweiz in diesen 25 Jahren? Wie sehr haben sich die Aufgaben und das Berufsbild verändert? Und wie siehst du die Entwicklungen in Zukunft?
Vor fünfundzwanzig Jahren war es möglich, als Quereinsteiger mit Motivation und etwas Affinität zur Mittelbeschaffung erfolgreich zu sein. In der Regel konnten wir uns genug Zeit lassen, um Erfahrungen zu sammeln und neue Wege zu testen. Gerade jetzt sind wir meines Erachtens in einer Phase starker Veränderungen; denken wir an die Einführung automatisierter Marketingprozesse oder der Definition von Donor Journeys, um nur zwei Beispiele zu nennen. Die fachlichen Anforderungen an eine Fundraiserin und an einen Fundraiser sind enorm gestiegen. Ich sehe bei vielen Kolleginnen und Kollegen zudem einen markanten Anstieg des Zeit- und Erfolgsdrucks.

Warum braucht es den Berufsverband auch heute noch?
Für mich spielt der Berufsverband wichtige Rollen bei der Weiterbildung, dem Erfahrungsaustausch und der Beobachtung und Analyse des Marktes sowie auch als Garant für die Einhaltung von ethischen Standards. Gerade dadurch, dass der Fundraisingmarkt noch kompetitiver wird, kommt dem Verband eine starke Bedeutung zu.

Zum Schluss: Warum lohnt es sich aus deiner Sicht, Mitglied bei Swissfundraising zu sein/werden?
Nicht zuletzt meine Kontakte bei Anlässen des Swissfundraising geben mir viel Motivation; die Gelegenheiten zum Austausch unter Fachkolleginnen und Kollegen schätze ich ungemein; mit ein Grund, dass ich diesen Beruf nun seit 28 Jahren ausübe. Der persönliche Gewinn durch eine breite Vernetzung ist gross.

25 Jahre Swissfundraising (III): Gründungsmitglieder im Interview – Martin Hürzeler