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25 Jahre Swissfundraising (V): Gründungsmitglieder im Interview – Sibylle Grosjean

10.09.2019

Im dritten und letzten Gründungsmitglieder-Interview treffen wir uns mit Sibylle Grosjean, die heute als selbständige Fundraising-Beraterin arbeitet.

 

 

Swissfundraising feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Du bist nicht nur Gründungsmitglied, sondern warst auch im ersten Vorstand. Warum hast du dich damals für die Schweizerische Gesellschaft der Fundraising-Fachleute engagiert?
Als damalige Marketing- und Fundraising-Leitung einer mittelgrossen Schweizer Organisation hatte ich das Gefühl, das gehöre zu unserer Verantwortung als spendensammelnder Organisation. Und als Fundraising-Spezialistin war ich sowieso von der Idee begeistert, meinen Beruf mit anderen zu teilen und gewisse «Spielregeln» für uns einzuführen.

Welche Rolle hast du im damaligen Vorstand übernommen? Was war dir wichtig?
Das weiss ich nicht mehr so genau. Ich erinnere mich an Sitzungen mit Bruno, an welchen wir die ethischen Richtlinien diskutierten – was gehört dort hinein, was nicht? Transparenz und Aufrichtigkeit sind mir im Fundraising wichtig. Wenn wir Leute bitten, einem guten Zweck Aufmerksamkeit und Geld zu schenken, sollten wir das geradlinig und auf einer ehrlichen Basis tun.

Du bist seit jeher Mitglied beim Verband. Was sind deine persönlichen Highlights in der 25-jährigen Geschichte?
Für mich ist Swissfundraising ein Ort, wo ich mich als Fundraising-Spezialistin engagieren und mich mit anderen austauschen kann. Eine Weile war ich Redaktorin beim Fund-Info und habe an diversen Anlässen auch selber Workshops gegeben. Aber Highlights? Vielleicht der letzte Fundraising-Tag, an dem so wunderbare viele von uns teilgenommen haben. Richtig schön, wenn es viele TeilnehmerInnen hat und man weiss, dass FundraiserInnen sich um ihren Beruf «kümmern».

Wie siehst du die Entwicklung des Verbands seit 1994?
Ich finde, es ist eine Erfolgsgeschichte. Und es ist gut, dass es immer auch neue Gesichter gibt, die sich engagieren.

Wie beurteilst du die Entwicklung im Fundraising in der Schweiz in diesen 25 Jahren? Wie sehr haben sich die Aufgaben und das Berufsbild verändert? Und wie siehst du die Entwicklungen in Zukunft?
Als ich im Fundraising begann, gab es in der Schweiz noch weit und breit keine Fundraising-Ausbildung. Also hat sich eigentlich sehr viel verändert. Es ist heute sicher leichter, «sich zu professionalisieren». Am Kernberuf hat sich aber meiner Meinung nach wenig verändert. Was ich höre, kämpfen FundraiserInnen immer noch mit zynischen oder auch einfach unbedarften Vorstellungen übers Betteln beim Vorstand, manchmal in der Geschäftsleitung.  Dass es neue Kommunikationsmittel und –Formen gibt, tangiert natürlich auch unseren Beruf. Aber eigentlich am Rand: Die Kernfrage, wo finde ich neue Spendende und wie pflege ich die Beziehung zu den bisherigen, hat sich eigentlich nicht verändert.

Warum braucht es den Verband auch heute noch?
Manchmal braucht man eine Heimat – das betrifft gerade FundraiserInnen, die in einer kleinen Organisation ihre Arbeit tun. Und dann wachsen ja immer neue FundraiserInnen nach, auch ehrenamtliche. Für diese ist Swissfundraising mit den Tagungen, Workshops und Erfa-Treffs sowie den Newslettern eine gute Ausgangsbasis.

Zum Schluss: Warum lohnt es sich aus deiner Sicht, Mitglied bei Swissfundraising zu sein/werden?
Man kann dranbleiben, ohne an Internationale Tagungen zu reisen. Man kann Beziehungen knüpfen, die einem erlauben, Fundraising-Fragen mit einer/m Mitstreiter/in zu erörtern, ohne gleich eine Agentur einzuschalten. Aber ich bin nicht dabei, weil es sich im engeren Sinne «lohnt». Für mich gehört Swissfundraising zur Grundlage meiner Arbeit und Professionalität.

25 Jahre Swissfundraising (V): Gründungsmitglieder im Interview – Sibylle Grosjean