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60% der Vorstände und Stiftungsräte ohne Bezüge

14.06.2018

Zewo-Studie zeigt: viel ehrenamtliches Engagement in Schweizer Hilfswerken

Vieles spricht für eine Professionalisierung von Hilfswerken: Ihre Arbeit wird immer anspruchsvoller, Geldgeber erwarten immer mehr und der Wettbewerb nimmt zu. Dennoch engagieren sich zwei Drittel der Mitglieder in leitenden Organen rein ehrenamtlich.

Die meisten Stiftungsräte oder Vorstände engagieren sich unentgeltlich für eine gute Sache. Die zunehmende Professionalisierung und die immer schwieriger werdende Suche nach geeigneten Mitgliedern im leitenden Organ wirken sich nur gering auf die Vergütung von Ehrenämtern aus. Nur 37 Prozent der Organisation entrichten Amtspauschalen, Sitzungsgelder oder Spesenpauschalen für das leitende Organ. Das sind weniger als fünf Jahre zuvor. Die Hälfe der Präsidentinnen und Präsidenten arbeiten mehr als 120 Stunden, die andere Hälfte weniger. Sie erhalten im Schnitt 3 200 Franken. Das sind 200 Franken mehr als fünf Jahre früher, wobei sich die Gruppe der untersuchten Hilfswerke etwas anders zusammensetzt.

Einfluss auf Ehrenämtern
Professor Markus Gmür vom Verbandsmanagement Institut der Universität Freiburg, VMI, und sein Team haben die anonymisierten Daten der Hilfswerke zu den im Jahr 2016 geleisteten Vergütungen ausgewertet. Das Forscherteam hat untersucht, was die Vergütung in einem Ehrenamt beeinflusst: Eine Rolle spielt, wie gross das Hilfswerk ist, was es macht und wie stark es von Spenden abhängt. Ebenfalls einen Einfluss hat, ob das Werk in ein Netzwerk eingegliedert ist sowie die Zeit, die Person für das Ehrenamt aufwendet. Am stärksten beeinflussen die geleisteten Stunden und die Grösse der Organisation die Vergütung. Diese Erkenntnisse bestätigen den Befund der ersten Zewo-Vergütungsstudie aus dem Jahr 2011 weitgehend.

Löhne sind angemessen
Die Löhne der Geschäftsleiterinnen und Geschäftsleiter haben sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Die mittlere Bruttovergütung ( Median) beträgt 132 000 Franken. Das ist praktisch gleich viel wie fünf Jahre zuvor. Die Grösse der Organisation erklärt die Höhe der Vergütung weiterhin am stärksten. Im Gegensatz zur Wirtschaft bezahlen Hilfswerke kaum Boni oder andere variable Vergütungen.

Keine Exzesse
Die Vergütungen von 2011 und 2016 sind im unteren Bereich leicht gewachsen. Zum einen weil die Organisation gewachsen ist. Zudem dürfte diese Entwicklung die zunehmende Professionalität widerspiegeln. Im gleichen Zeitraum sind die Gehälter im obersten Bereich überdurchschnittlich häufig gesunken. Das geht teilweise auf personelle Wechsel zurück, in einzelnen Fällen auf entsprechende Auflagen der Zewo.

Vergütungspolitik der Hilfswerke
Erstmals liess die Zewo untersuchen, woran Hilfswerke ihre Vergütungspolitik orientieren: Die meisten Organisationen vergleichen ihre Vergütungen mit anderen Hilfswerken. Einige orientieren sich an der öffentlichen Verwaltung. Nur zu einem kleinen Teil orientieren sich an marktüblichen Löhnen. Meistens dann, wenn sie in direktem Wettbewerb mit gewinnorientierten Unternehmen stehen. Über die Hälfte, der von der Zewo zertifizierten Organisationen haben an der zweiten Vergütungsstudie teilgenommen. Die Zewo nutzt die solide Datenbasis, wenn sie beurteilt, ob ein Hilfswerk ihre Standards zur Vergütung erfüllt.

Beitrag aus «Zewoforum 1/2018»

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Teilnehmer der Studie haben bereits ein kostenloses Exemplar der gesamten Studie erhalten. Sie können weitere Exemplare zum Spezialpreis von 20 Franken auf der Zewo-Website beziehen. Für alle anderen Organisationen mit Zewo-Gütesiegel kostet die Studie 80 Franken. Der reguläre Preis beträgt 150 Franken.