SRK und Bar- und Clubkommission Zürich gewinnen bei den Swissfundraising Awards 2022

Erstmals seit drei Jahren fand der SwissFundraisingDay nach zwei coronabedingten «Herbstausgaben» wieder im Juni statt. Bei traditionell schönem Tagungswetter trafen sich über 400 Teilnehmer:innen im Kursaal, um Impulse für ihre Fundraising-Arbeit im Alltag zu erhalten, ihr persönliches Netzwerk zu pflegen und auszubauen – und um die Gewinner:innen des Swissfundraising-Awards zu küren: Das Schweizerische Rote Kreuz und die Bar- und Clubkommission Zürich erhielten für Ihre Kampagnen die «Franca»-Trophäe.

Auch 2022 wurden im Rahmen des SwissFundraisingDay wieder Fundraising-Aktionen mit dem Swissfundraising Award ausgezeichnet. Die erfolgreichste Fundraising-Aktion des Jahres wird direkt durch eine Fachjury gewählt. Bei der kreativsten Fundraising-Aktion entscheidet das Publikum.

Erfolgreichste Fundraising-Aktion: SRK – «Ukraine-Nothilfe»
Einen Tag nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine beginnt das Schweizerische Rote Kreuz mit einer breit angelegten Online-Spendensammlung (die später auch mit anderen Kanälen wie Radio, Print und Telefon ergänzt wird). Bereits drei Tage später sind schon über 600‘000 Franken an Spenden eingegangen, bis Ende März sind es über 10 Millionen. Es ist die erfolgreichste Online-Spendenkampagne in der SRK-Geschichte mit total 11,1 Mio. Online-Einnahmen, 1,8 Mio. Offline-Spenden und über 100‘000 Franken aus Peer-to-Peer-Aktionen. Diese eindrücklichen Zahlen und die bemerkenswerte Umsetzung haben die Jury überzeugt und das SRK damit den Swissfundraising Award für die erfolgreichste Fundraising-Aktion gewonnen.

Kreativste Fundraising-Aktion: Bar- und Clubkommission Zürich – «Züribrätt»
Zur finanziellen und moralischen Unterstützung des Zürcher Nachtlebens während der Pandemie hat die Bar- und Clubkommission Zürich in Zusammenarbeit mit der Inhalt und Form Werbeagentur LSA ein Leiterspiel entwickelt und gestaltet, das Spielenden eine Nacht in den Strassen und Lokalen Zürichs ermöglicht, ohne dabei das Haus verlassen zu müssen. Mit elf der beliebtesten Clubs und Bars der Stadt konnte so nicht nur Geld für die Bar- und Clubkommission gesammelt, sondern auch den nun gelangweilten Nachtschwärmer:innen ein Stück Lebensfreude zurückgebracht werden. Die eindrückliche Kampagne, die sich mit vier anderen Aktionen um die Gunst des Publikums bemühte, holte sich im Online-Voting schliesslich den Sieg.


Die diesjährigen Gewinner des Swissfundraising-Award: Valentin Rey vom Schweizerischen Roten Kreuz (erfolgreichste Fundraising-Aktion mit Ukraine-Nothilfe, links im Bild) und Yannick Lippuner von Inhalt und Form Werbeagentur (kreativste Fundraising-Aktion mit Züribrätt, rechts im Bild).

«DACH-Fundraising-Preis» geht an die HSG Stiftung

Die HSG Stiftung der Universität St.Gallen ist diesjährige Trägerin des «DACH-Fundraising-Preises». Der Hochschulfundraising-Preis des Deutschen Hochschulverbandes (DHV) wurde zum siebten Mal ausgelobt: An der diesjährigen Ausschreibung mit dem Schwerpunkt Alumni-Fundraising konnten sich zum dritten Mal Wissenschaftseinrichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligen. Im Rahmen des DHV-HRK-Fundraising-Kongresses wurde die Auszeichnung durch Professor Dr. Guido Benzler, Geschäftsführer der rheform – EntwicklungsManagement GmbH, dem Geschäftsführer der HSG Stiftung, Ernst Risch, überreicht.

Die Auszeichnung geht an die HSG Stiftung, weil sie bei der Finanzierung des Leuchtturmprojekts «SQUARE» das wirtschaftliche Potenzial ihres grossen Netzwerkes von insgesamt 33’000 Alumnae und Alumni aus 96 Ländern optimal ausgeschöpft hat. Der spektakuläre Glasbau des japanischen Architekten Sou Fujimoto dient der Universität St.Gallen als ein Experimentierfeld für neue, zukunftsgerichtete Formen des Lernens und Lehrens und fungiert zugleich als öffentlicher Ort des generationenübergreifenden und barrierefreien Dialogs zwischen Wissenschaft, Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur. Das ambitionierte Bauprojekt wurde ausschliesslich aus Spenden finanziert. Zu diesem Zweck hat die HSG Stiftung die grösste Fundraising-Kampagne in der St.Galler Universitätsgeschichte aufgelegt. Innerhalb kürzester Zeit wurden Spenden in einer Gesamthöhe von 65 Millionen Schweizer Franken eingeworben. Zu den grössten Geldgeberinnen und -gebern zählten dank gezielter Ansprache über 1’000 Alumni und Alumnae der Universität St.Gallen. Die ersten Spendenzusagen für «SQUARE» erfolgten bereits im Jahr 2016. In lediglich zwei Jahren von November 2019 bis November 2021 wurde das komplexe Bauvorhaben finalisiert, ehe es im Februar dieses Jahres in Betrieb genommen wurde. Das professionelle Alumni-Fundraising der HSG Stiftung setze Massstäbe, weil es eindrücklich vor Augen führe, welche grosse Bedeutung Absolventinnen und Absolventen, die weit über ihre Studienzeit hinaus mit ihrer Alma Mater verbunden bleiben, für die Profilierung einer Hochschule haben können, betonte Professor Benzler zur Begründung der Auszeichnung.

Zwei Anerkennungspreise gehen an die Universität Potsdam und die Universität Graz. Die Universität Potsdam hat ihr Alumni-Fundraising im Rahmen des Deutschlandstipendiums durch eine empirische Auswertung zur Spenden- und Förderbereitschaft ihrer Alumnae und Alumni verfeinert. Mit der auf diesen Erkenntnissen gestützten Kampagne «Bildung statt Blumen», die die Universität daraufhin im Jahr 2021 anlässlich ihres 30. Geburtstags zur Unterstützung für Studierende in Not initiiert hat, ist es ihr in beeindruckender Weise gelungen, Absolventinnen und Absolventen als Multiplikatoren zu gewinnen und zu ihrer ersten Spende zu motivieren.

Die Universität Graz wird für den konsequenten Ausbau ihres Alumni-Fundraisings geehrt, das die engen Beziehungen der Universität zu ihren Absolventinnen und Absolventen für die Weiterentwicklung des Wissenschaftsstandorts nutzbar macht. Das weltumspannende Netzwerk von 25’000 Alumnae und Alumni erhält über konkrete Anlässe hinaus in vielfältigen Projekten die Möglichkeit, mit ihrer Förderung unabhängige, zukunftsweisende Forschung und exzellente wissenschaftliche Leistungen voranzutreiben.

Mit dem «DACH-Fundraising-Preis» sollen «Best Practice»-Beispiele honoriert werden, die im Rahmen ihrer Aufbau- oder Ausbauarbeit der Hochschul-, Universitäts- oder einer Wissenschaftsstiftung ihr erfolgreiches Fundraising bewiesen haben. Dabei stehen der Ausbau transparenter Netzwerke, die exzellente Einbindung von Förderinnen und Förderern sowie nachhaltige Spenderpflege im Fokus. Insbesondere innovative Konzepte sollen prämiert werden.

Über die Vergabe entschied ein Preisgericht, dem folgende Personen angehörten: Professor Dr. Guido Benzler (Geschäftsführer der rheform – EntwicklungsManagement GmbH), Professorin Dr. Anja Steinbeck (Rektorin der Universität Düsseldorf und Sprecherin der Mitgliedergruppe der Universitäten in der Hochschulrektorenkonferenz), Matthias Daberstiel (Verleger und Chefredakteur des «Fundraiser-Magazins»), Stephan Kropf (Team- und Projektleiter Sciencefundraising beim Fundraising Verband Austria), Andrea Müller (Vorstandsmitglied bei SWISSFUNDRAISING), Professor Dr. Bernd Helmig (Vizepräsident des Deutschen Hochschulverbandes), Dr. Yvonne Dorf (Geschäftsführerin des Deutschen Hochschulverbandes) und Cornelia Kliment (Geschäftsführerin der Deutschen Universitätsstiftung).

Der «DACH-Fundraising-Preis» ist mit 5’000 Euro dotiert. Das Preisgeld, das vom Unternehmen rheform gestiftet wird, soll zweckgebunden für das Hochschul-Fundraising oder ein laufendes Fundraising-Projekt verwendet werden. Die rheform – EntwicklungsManagement GmbH ist ein auf den Bereich Bildung und Wissenschaft, Lehre und Forschung spezialisiertes Beratungs-, Management- und Planungsunternehmen.


Von links: Daniel Knus (Geschäftsführer HSG Alumni), Sonja Fehr (Projektleiterin Universitätsförderung), Ernst Risch (Geschäftsführer HSG Stiftung) und Guido Benzler (Geschäftsführender Gesellschafter rheform)

Swissfundraising Award 2022: fünf Finalist:innen

Die Jury des Swissfundraising Award hat fünf Fundraising-Aktionen für den Publikumspreis nominiert. Macht euch schon vor den Pitches am SwissFundraisingDay ein Bild zu Aktionen und Organisationen, denen ihr vor Ort eure Stimme geben könnt. Herzlichen Dank allen NPO, die in diesem Jahr ihre Aktionen eingereicht und sich damit am Award beteiligt haben!

Die erfolgreichste Fundraising-Aktion des Jahres 2021/22 wurde, wie in den Vorjahren, direkt von unserer Fachjury gewählt und steht bereits fest. Erfahrt, wer gewonnen hat, indem ihr am SwissFundraisingDay das noch geheime Fall-Beispiel mitverfolgt. Bei der kreativsten Fundraising-Aktion des Jahres 2021/22 entscheidet das Publikum, wer jubeln darf. Die fünf Finalisten stellen wir hier kurz vor. Alle Angaben stammen aus den eingereichten Formularen und geben somit die Sicht der jeweiligen Organisationen wieder.

Bar & Clubkommission Zürich: «Züribrett»

Zur finanziellen und moralischen Unterstützung des Zürcher Nachlebens während der Pandemie hat die Bar- und Clubkommission Zürich in Zusammenarbeit mit der Inhalt und Form Werbeagentur LSA ein Leiterspiel entwickelt und gestaltet, das Spielenden eine Nacht in den Strasse und Lokalen Zürichs ermöglicht, ohne dabei das Haus verlassen zu müssen. Mit 11 der beliebtesten Clubs und Bars der Stadt konnte so nicht nur Geld für die Bar- und Clubkommission gesammelt, sondern auch den nun gelangweilten Nachtschwärmer:innen ein Stück Lebensfreude zurückgebracht werden.

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Pro Juventute: «Hand in Hand»

Als Teil der Fundraising Winterkampagne «Ihre Spende rettet Leben» lancierte Pro Juventute eine Peer-to-Peer-Spendenaktion. Mit der Aktion «Hand in Hand» beweist Pro Juventute, dass Spendenakquise Peer-To-Peer funktionieren kann. Am Giving Tuesday – dem Tag des Gebens und der Grosszügigkeit – startete das Team auf dem persönlichen LinkedIn-Profil von Katja Schönenberger, Direktorin von Pro Juventute, einen Spendenaufruf. Dieser ging viral und führte zu vielen Interaktionen, Spenden sowie weiteren Peer-to-Peer-Aktionen.

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Universitäts-Kinderspital Zürich: «Champions»

«Champions», die Crosschannel-Fundraising-Kampagne für das Kinderspital Zürich. Auf rund einem Dutzend On- und Offline-Kanälen wirbt das «Kispi» um Unterstützung und Spenden aus der Bevölkerung für den dringend benötigten Neubau.

Im Mittelpunkt steht das 4-minütige Musikvideo «Champion»: Eine Rockband aus jungen Patientinnen und Patienten rockt auf Spital-Instrumenten einen Song voller Kraft und Lebensmut, unterstützt von den Profis des Kinderspitals.

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Solidar Suisse: «STOP BLACK FRIDAY»

Mit «STOP BLACK FRIDAY» lancieren Solidar Suisse und Spinas Civil Voices eine mobilisierende Petitionskampagne zu einem hochrelevanten Thema: Unsinniger Billigst- und Überkonsum schädigt Umwelt und Klima und drückt weiter auf die Löhne der Arbeiter:innen in armen Weltregionen. Im Mittelpunkt der crossmedial orchestrierten Kampagne steht ein kämpferisches Video.

SWISSAID: «Digitale Abzeichen-Challenge | Digitales Spenden-Puzzle»

Die Bereitschaft von Schulen, an der traditionellen SWISSAID-Abzeichenkampagne teilzunehmen sinkt. Die bisherige analoge Kampagne wird deshalb zusätzlich in den digitalen Raum überführt. Dazu dient ein interaktives Peer-to-Peer-Spendentool in Form eines flexiblen Puzzles. Schulklassen können das Spendentool als Alternative zu der Abzeichenkampagnen nutzen. Zusätzlich bietet das digitale Spendentool Lehrer:innen, Eltern und ihren Kindern eine praxisorientierte Lerneinheit zur Digitalisierung.

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