Living Case Studies für DAS Fundraising Management gesucht

Wie jedes Jahr sucht das Zentrum für Kulturmanagement der ZHAW für den DAS Fundraising Management spannende Case Studies. Wer daran interessiert ist, selbst Auftraggeber einer Case Study zu sein, kann bis zum 31. Oktober 2020 einen Antrag einreichen.

Die Antragstellung beschränkt sich auf eine Seite und sollte einen Kurzbeschrieb der Organisation, der Ausgangslage (im Hinblick auf das Fundraising) sowie der Fragestellung (Auftrag) beinhalten. Alle eingereichten Anträge werden auf Eignung geprüft. Bis Ende November wird eine engere Auswahl von fünf Organisationen getroffen. Die ausgewählten Organisationen werden im Februar eingeladen, ihre Aufträge unseren Studierenden zu präsentieren.

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Zewo-Studie: Wie Corona die Hilfswerke verändert

Die Schweizer Hilfswerke konnten nach dem Rekord-Spendenjahr 2019, in dem sie 1,91 Milliarden Franken Spenden erhielten, auch während dem Lockdown auf die Solidarität der Schweizer Bevölkerung zählen. Sie passten ihre Hilfe wegen Corona den veränderten Bedingungen an und verstärkten ihre Leistungen. Doch nun befürchten viele einen Rückgang bei den Spenden.

Dies geht aus der repräsentativen Umfrage bei zertifizierten Hilfswerken hervor, mit der die Stiftung Zewo erstmals untersucht hat, wie Corona die private Hilfe verändert. Die Zewo-Studie zeigt, dass die Schweizer Hilfswerke die Corona-Krise bis jetzt gut gemeistert haben.

Solidarität der Bevölkerung hielt nach Spendenrekord an

Die Hilfswerke konnten dabei auf die Solidarität der Bevölkerung zählen, denn die Spendenfreude blieb nach dem Rekordjahr 2019 bestehen. Nachdem die Hilfswerke mit 1,91 Milliarden Franken mehr Spenden erhalten hatten als je zuvor, bekamen vor allem Hilfsorganisationen, die im inländischen Sozial- oder Gesundheitswesen tätig sind, bis Juni 2020 nochmals zusätzliche Spenden. Bei den meisten anderen Hilfswerken blieben die Spenden stabil.

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Freiwilligen-Monitor 2020: Auch ohne Corona viel Solidarität

Der Freiwilligen-Monitor Schweiz 2020 präsentiert neueste Zahlen zur Freiwilligenarbeit in der Schweiz: 6 von 10 Personen setzen sich regelmässig gemeinnützig für die Gesellschaft ein. Und 7 von 10 Personen leisten sporadisch zu Nachbarschaftshilfe. Der Freiwilligen-Monitor Schweiz bringt in Erfahrung, warum sich Personen inmitten einer monetär geprägten Welt ohne Lohn fürs Gemeinwohl einsetzen und so den Zusammenhalt und die Lebendigkeit der Gesellschaft fördern.

Der Freiwilligen-Monitor Schweiz 2020 informiert über den aktuellen Stand des unbezahlten gesellschaftlichen Engagements. Alle 4 Jahre wird in der Schweiz der freiwillige Einsatz zum Wohl von Mensch, Gesellschaft und Umwelt mit einer landesweiten Befragung erforscht. DDer Freiwilligen-Monitor zeigt Trends und Entwicklungen der Freiwilligenarbeit auf und bietet dadurch wichtige Grundlagen für das Freiwilligen-Management in Verbänden und Vereinen, Heimen, Kirchen und Hilfswerken. Die im Monitor aufgezeigte Entwicklung des freiwilligen Engagements ist gleichzeitig auch ein Gradmesser für die Lebendigkeit sozialer Beziehungen und die Gemeinwohlorientierung in der Schweiz.

Mehr als 5’000 Personen haben die Befragung online durchgeführt. Der Freiwilligen-Monitor Schweiz 2020 hat drei Bereiche genauer untersucht: Erstens wurde nach den Gründen gefragt, warum Menschen nicht mehr oder noch nicht freiwillig tätig sind und unter welchen Umständen sie sich in bestimmten Bereichen freiwillig engagieren würden. Es wurde zweitens differenziert nach den dank unbezahlten Engagements Begünstigten gefragt, um künftig Freiwilligenarbeit und Angehörigenbetreuung besser zuordnen zu können. Und drittens wurden die Formen finanzieller Vergütungen und Entschädigungen genauer erfragt, um künftig unbezahlte Freiwilligenarbeit und entschädigtes gemeinnütziges Engagement klarer unterscheiden zu können. Gerade in der Corona-Krise haben Bundesämter und Kantone, Unternehmen und Schulen den Wert des freiwilligen Engagements stärker entdeckt und Freiwilligenarbeit als Quelle und Ausdruck einer lebendigen und solidarischen Gesellschaft erlebt. Wenn die verschiedenen gesellschaftlichen Akteure das freiwillige Engagement vermehrt gemeinsam fördern, stehen die Karten gut, dass wir auch künftig gesellschaftlichen Herausforderungen mit innovativen Lösungen erfolgreich begegnen werden.

Die wissenschaftliche Forschungsarbeit leisteten Markus Lamprecht, Adrian Fischer sowie Hanspeter Stamm von der Lamprecht & Stamm Sozialforschung und Beratung AG. Die Befragung wurde vom Institut LINK durchgeführt. Publiziert wird der Monitor im Seismo-Verlag. Getragen wird das Monitor-Projekt von der SGG, von Migros Kulturprozent, von der Beisheim Stiftung und in Kooperation mit dem Bundesamt für Statistik.

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Spendenbereitschaft und Corona-Effekt

Die Schweizer Bevölkerung wird im laufenden Jahr wohl gleich viel oder sogar etwas mehr als im Vorjahr spenden. Eher weniger als im Vorjahr spenden wollen vor allem jene Personen, denen die Corona-Situation nach wie vor Angst macht. Das zeigt eine repräsentative Umfrage zur Schweizer Konsumstimmung, die «Marketagent.com Schweiz» im Juni umgesetzt und im Auftrag von Swissfundraising mit spezifischen Fundraising-Fragen ergänzt hat. Befragt wurden insgesamt 1.000 Personen im Alter von 14 bis 74 Jahren aus der Deutsch- und Westschweiz.

– Ruth Wagner und Roger Tinner

Swissfundraising ist die Berufsorganisation der Fundraiser*innen in der Schweiz und daher besonders daran interessiert, wie sich der Spendenmarkt im Corona-Jahr 2020 insgesamt entwickelt und welche kurzfristigen Effekte sich zeigen. Swissfundraising fragt für den jährlichen «Spendenbarometer» die Bevölkerung seit fünf Jahren kontinuierlich und repräsentativ nach ihrem Spendenverhalten, das sich konstant auf hohem Niveau bewegt: 4 von 5 Haushalten spenden nämlich regelmässig. Nun ging es darum, im Rahmen einer Ad hoc-Befragung herauszufinden, ob die Solidarität in der unmittelbaren Corona-Krise (betrachteter Zeitraum April/Mai) besonders hoch war und ob sich die Unsicherheit der Lage auf das gesamte Spendenverhalten in diesem Jahr auswirken wird.

Solidarität: Ja, aber…

Während der akutesten Corona-Krise haben gemäss dieser Umfrage von Marketagent.com Schweiz «nur» 38 Prozent, also ein gutes Drittel der Bevölkerung im Alter von 14 bis 74 Jahren gespendet. Das ist im Vergleich mit den Zahlen des laufenden Swissfundraising-Monitorings, gemäss dem über 80 Prozent der Haushalte jedes Jahr spenden, deutlich weniger als erwartet. Die Befragung wurde allerdings rein online durchgeführt und die Generation ab 75 Jahren, die sehr spendenaffin ist, wurde gänzlich ausgeschlossen. Überraschend ist hinsichtlich berücksichtigten Spendenthemen, dass fast ein Viertel der Spendenden auch in der Corona-Zeit Natur-, Umwelt- und Tierschutz-Organisationen berücksichtig hat – während die «systemrelevanten» Themen erst danach folgen. Sozial- und Nothilfe folgt mit 17 Prozent erst auf Platz 2, vor Armutsbekämpfung mit 16 Prozent der Nennungen. Erst auf Platz 4 wurden Organisationen mit Corona-Soforthilfe-Projekten im Inland berücksichtigt. Am Ende der Skala stehen Kulturinstitutionen und Einzelkünstler*innen sowie Organisationen mit Corona-Soforthilfe-Projekten im Ausland (je 6 Prozent). Die neu als «Fundraisende» auftretenden Klein- und Mittelunternehmen wie Cafés und Restaurants wurden von 10 Prozent der Spenderinnen und Spender unterstützt.

Krise wirkt sich mittelfristig wenig aus

Gemäss eigener Einschätzung der Befragten wirkt sich die Corona-Krise nicht allzu stark auf das diesjährige Spendenverhalten aus und allfällige kurzfristige «Ausreisser» im Spendenverhalten werden aufs Jahr gesehen wohl geglättet. Von jenen 2/3 der Befragten, die bereits 2019 überhaupt gespendet haben, wollen 61 Prozent «gleich viel wie im Vorjahr» spenden, 17 Prozent wollen «etwas mehr» und 4 Prozent «deutlich mehr» spenden als im Vorjahr. Nur 4 Prozent wollen im Gegensatz zu 2019 diesmal gar nicht spenden, 5 Prozent «deutlich weniger» und weitere 9 Prozent «etwas weniger» geben. Bei Total 21 Prozent steigt also die Spendenbereitschaft im Krisenjahr sogar, bei 18 Prozent nimmt sie ab. Das sind gute Nachrichten für die NPO und ihre Spendenresultate 2020. Allerdings hängt das tatsächliche Spendenverhalten im Herbst und im besonders wichtigen letzten Quartal des Jahres aus Sicht von Swissfundraising stark davon ab, wie sich nebst den Fallzahlen die wirtschaftliche Situation entwickelt und wie stark eine allfällige Rezession ausfallen wird. Es ist zu hoffen, dass der von BAK Economics fürs Jahr hochgerechnete, durchschnittliche Lohnverlust von 1700 Franken (vor allem auf Kurzarbeit zurückzuführen) nicht ganz oder teilweise beim Spenden «ausgeglichen» wird.


Im elften #talkingtuesday stellten Swissfundraising-Geschäftsführer Roger Tinner, Martina Staub, Senior Research Consultant bei «Marketagent.com Schweiz», und Ruth Wagner, Autorin der jährlich erscheinenden Swissfundraising-Publikation «Spendenmarkt Schweiz», die Ergebnisse vor und diskutierten mit den Teilnehmenden. Swissfundraising-Mitglieder finden die Aufzeichnung im Memberbereich auf der Unterseite «talkingtuesday».