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Database + Fundraising. Mehr Spenden und bessere Marketing-Kommunikation mit Data-Driven-Fundraising

Database + Fundraising. Mehr Spenden und bessere Marketing-Kommunikation mit Data-Driven-Fundraising

  • Autor:in: Andreas Berg
  • Verlag: Edition Fundraiser
  • ISBN: 978-3-9813794-2-6
  • Seiten: 200
  • Erscheinungsjahr: 2019
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Dieses Buch bringt alles mit sich, um unterschätzt zu werden: Einen Autor, der sich trotz langjähriger Erfahrung nicht laufend online in Szene setzt, einen eher technischen Titel («Database+Fundraising») und eine unprätentiöse Gestaltung im Innenteil, die eher an ein Manuskript für ein Buch als an das fertige Buch erinnert und eine eher ermüdende Typografie. Immerhin, der Untertitel verspricht viel: «Mehr Spenden und bessere Marketing-Kommunikation mit Data-Driven-Fundraising». Und tatsächlich: Wer sich in dieses Buch und damit in das Thema des richtigen Umgangs mit Daten im Fundraising hineinkniet, wird mit wichtigen Erkenntnissen für die eigene Praxis und die eigene NPO und mit sehr nützlichen Hinweisen z.B. für die Auswahl einer Datenbank oder die Interpretation von Daten belohnt. Andreas Berg hat hier ein Standardwerk geschaffen, das gleichzeitig den Standard anderer Fachbücher deutlich übertrifft.

Seit mehr als 20 Jahren ist Andreas Berg Fundraiser und Spezialist für Datenanalysen, Strategieberatung und Database Fundraising, seit 2012 begleitet er NPO als unabhängiger Berater. Er ist auch Autor der jährlich im «Fundraising-Magazin» erscheinenden «Marktübersicht Software für Verbände, Vereine und Stiftungen». Sein Ansatz für dieses Buch (und wohl auch für seine Beratung): Datengestütztes Fundraising hilft NPO, ihre Strategien und Kommunikationsmassnahmen beständig zu verbessern. Für ihn ist Datenanalyse daher «mehr als die Bereitstellung von Kennzahlen, sie ist stetiger Bestandteil des Fundraisings». In seinem Buch, das sich explizit an Fundraiser:innen und nicht an IT-Expert:innen wendet, will er zeigen, dass jede:r Data-Driven-Fundraising lernen kann.

Natürlich braucht es auch technische Grundlagen für diese Arbeit, und das entwickelt das Thema sozusagen in konzentrischen Kreisen, beginnend mit den Daten als «Kern», danach den Strategien und Zielen im Fundraising, der Definition und Analyse von wichtigen Kennzahlen und schliesslich der Segmentierung und ihren wichtigsten Methoden. Dass die Auswahl und Einführung einer Datenbank erst nachher kommt, ist stimmig: Viele Fundraiser:innen haben das ja bereits hinter sich. Zum Ende stellt sich Berg, der Digitalisierung explizit nicht als Zukunft, sondern als Gegenwart des Fundraisings sieht, auch Zukunftsfragen wie dem Berufsbild «Insight-Manager», der digitalen Disruption oder der Demokratisierung von Daten.

Vor dem sehr nützlichen Glossar (wäre schön, wenn in der Fundraising-Szene nur schon dieses noch mehr Verbreitung fände) gibt es auch eine spannende Seite (187), die «für den eiligen Leser» die fünf wichtigsten (aus Sicht des Autors) kurz «verlinkt»: Datenqualität, Standardisierung, realistische Zielsetzung, intuitive Entscheidung aufgrund von Faktenkenntnis und der Hinweis, es sich nicht schwerer als nötig, aber auch nicht zu einfach zu machen.

Es ist zu hoffen, dass viele Fundraiser:innen dieses Buch lesen, auch wenn sie sich nie mit Datenbanken, CRM etc. befassen möchten – sie verpassen dann nämlich eine einmalige Chance, ihr Fundraising zu verbessern. Ganz nach dem von Andreas Berg zu Beginn zu zitierten US-Fundraiser Joshua Birkholz: «Sich von Daten leiten zu lassen, bedeutet, sich von Spender:innen leiten zu lassen.»

Roger Tinner