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Corona: Mehr Testamente, aber weniger Geld für Gemeinnütziges

13.11.2020

Die Corona-Krise hat die Schweizerinnen und Schweizer nachdenklich gemacht, und die Zahl der verfassten Testamente ist leicht gestiegen. Doch das Geld geht deutlich seltener an gemeinnützige Institutionen – das zeigt eine repräsentative Umfrage der Allianz für das Gemeinwohl.

Die Corona-Krise hat die Schweizerinnen und Schweizer nachdenklich gemacht: In einer repräsentativen DemoSCOPE-Umfrage unter 1050 Personen im Alter 45+ im Auftrag der Allianz für das Gemeinwohl sagten 36 Prozent der Befragten, Corona habe sie dazu gebracht, vermehrt über das Sterben und die Endlichkeit des Lebens nachzudenken. Gar 42 Prozent machten sich verstärkt Gedanken zu einer Patientenverfügung.

Auch die Zahl der Personen, die ein Testament gemacht haben, ist leicht gestiegen – von 27 auf 29 Prozent. Kein Wunder, rechnet eine Studie der Universität Lausanne dieses Jahr mit einer Erbschafts-Rekordsumme von 95 Milliarden Franken; das ist deutlich mehr, als der Bund jährlich einnimmt. Doch erfahrungsgemäss gehen von diesem Geldsegen nur etwa drei Promille an gemeinnützige Institutionen. Corona hat daran nichts geändert – im Gegenteil: Gaben im Vorjahr noch 37 Prozent an, dass sie sich vorstellen könnten, eine gemeinnützige Organisation in ihrem Testament zu berücksichtigen, so sank dieser Wert um fast die Hälfte auf 20 Prozent.

Grund dafür könnte der Umstand sein, dass die Schweizerinnen und Schweizer der Meinung sind, gemeinnützige Organisationen müssten sich in Corona-Zeiten vor allem lokal oder regional engagieren (53 %). Nimmt man noch die Schweiz als Wirkungsfeld hinzu, steigt der Wert auf 67 Prozent. Nur etwas mehr als ein Viertel der Befragten ist der Meinung, die Hilfswerke müssten sich «global» beziehungsweise «in ärmeren Regionen der Welt» engagieren (27 %). Raphael Vogel, Projektleiter Sozialforschung beim Umfrageinstitut DemoSCOPE, erklärt das so: «Der Ausbruch des Corona-Virus hat die Verletzlichkeit auch der wohlhabenden Schweiz aufgezeigt. Für die Schweiz ungewohnt, waren Teile der Bevölkerung plötzlich auf Nachbarschaftshilfe angewiesen – lokale und regionale Solidarität wurden aktuelle Themen. Zudem ist die Befürchtung da, dass sich die wirtschaftlichen Konsequenzen des Corona-Virus direkt auf die Situation der Arbeitnehmenden auswirken könnten und dabei auch Härtefälle entstehen».

Eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer ist zudem der Meinung, die generationenübergreifende Solidarität habe in den letzten Monaten zugenommen (63 %) und Corona habe die Wichtigkeit von gemeinnützigen Organisationen (56 %) aufgezeigt. Allerdings glauben nur 18 Prozent, dass diese Solidarität in den nächsten Jahren anhalten wird.


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