HomeNewsCOVID-19 und das Fundraising in der Schweiz (III): NPO müssen Prioritäten (neu) setzen

COVID-19 und das Fundraising in der Schweiz (III): NPO müssen Prioritäten (neu) setzen

30.03.2020

Das Spektrum der Massnahmen, die Non-Profit-Organisationen (NPO) in diesen Tagen treffen (müssen), ist breit: Von der Umsetzung der BAG-Richtlinien über Homeoffice bis zur Sistierung von Projekten und der Beantragung von Kurzarbeit. Um der anspruchsvollen (Projekt-)Lage gerecht zu werden, setzen viele Organisation auf proaktive Kommunikation. Die Corona-Krise hat also auch die NPO fest im Griff.

Swissfundraising hat vor knapp zwei Wochen eine Umfrage bei den Mitgliedern gestartet – mit Fragen zur persönlichen Situation, zu jener der Organisation und zum Fundraising (die Umfrage ist weiterhin offen) in der Corona-Krise. Dieser vorerst letzte Beitrag beschäftigt sich mit den Auswirkungen auf die Organisation(en).

Situative Anpassung und Kommunikation sind das A und O

«Gewisse Dinge müssen wir streichen, andere Dinge laufen reduziert». So, wie es dieser Kommentar beschreibt, geht es momentan sehr vielen NPO. Oberste Priorität hat nun die Gesundheit aller Mitarbeitenden. Das bedeutet für die Organisationen, dass auch sie auf flexible Arbeitsformen setzen und die Umsetzung bestimmter Projekte anpassen müssen. In dieser Situation erachten viele die Rolle der Kommunikation als sehr wichtig. Es geht darum, proaktiv zu informieren und zu sensibilisieren.

Schwierige Projektlage

Rund 60 Prozent der Befragten geben an, dass eine geplante Weiterführung der Projekte «von Fall zu Fall unterschiedlich» ausfällt. Knapp ein Drittel der Projekte kann sicher nicht wie geplant weitergeführt werden. Als Hautargumente nennen die Befragten einerseits die finanzielle Unsicherheit und andererseits das Veranstaltungs- resp. Versammlungsverbot, das vor allem geplante Seminare, Besuche oder Vorträge betrifft. Für manch eine NPO ist die Lage gar ziemlich prekär: Die gesamte Projektarbeit wird eingestellt und Kurzarbeitsanträge müssen ausgefüllt werden.

Könnt ihr Projekte wie geplant weiterführen?

Eher wenige COVID-19-Hilfsaktionen

Gut 32 Prozent gaben an, dass sich ihre Organisation mit einer eigenen Aktion im Zusammenhang mit COVID-19 engagiert. Ein tolles Beispiel dafür hält dieser Kommentar fest: «Wir haben uns mit Hochdruck (und erfolgreich) dafür eingesetzt, dass die Informationen rund ums Coronavirus in leichter Sprache UND in den drei Gebärdensprachen angeboten werden.» Viele NPO können sich aber gar nicht mit solchen Aktionen engagieren: Teils mangelt es nämlich an den nötigen Ressourcen (finanziell wie personell), und wenn der Bezug zur eigenen Organisation (Zweck/Mission) fehlt, ist die Umsetzung schwierig.

Engagiert sich eure Organisation mit eigenen Hilfsaktionen im Zusammenhang mit COVID-19?

Finanzpaket des Bundes auch für NPO

Für über 90 Prozent der Befragten ist klar: Die Regelungen des Bundes zur Sicherstellung der Liquidität und (teilweisen) Auffangen des finanziellen Schadens sollen auch für Non-Profit-Organisationen gelten. Ein Grossteil sieht neben Bundesrat und Parlament hier auch Swissfundraising in der Pflicht, sich dafür einzusetzen.

Stärkere Hilfsbereitschaft

Die Corona-Krise stellt vieles in Frage, was Jahrzehnte lang selbstverständlich war. Die Mehrheit der Antwortenden glaubt, dass dadurch die Bereitschaft zu helfen nachhaltig gestärkt wird. Nur 15 Prozent sind gegenteiliger Meinung, während etwa 27 Prozent keine Veränderung erwarten. Geht es um die Unterstützung für NPO-Anliegen hingegen, herrscht allerdings etwas weniger Optimismus: Nur jede/r Vierte ist überzeugt, dass diese zunehmen wird. Etwa 30 Prozent der Befragten glaubt gar, dass die Unterstützung abnehmen wird.

Glaubst du, dass die Unterstützung für NPO-Anliegen und für gemeinnützige Anliegen und Ziele zu- oder abnehmen wird?