HomeNewsCOVID-19 und das Fundraising in der Schweiz (II): «Mein ganzes Leben steht Kopf»

COVID-19 und das Fundraising in der Schweiz (II): «Mein ganzes Leben steht Kopf»

26.03.2020

Die Corona-Krise wirkt sich stark auf das Leben aller aus: Termine werden abgesagt, Kinder werden fernunterrichtet, die eigene Bewegungsfreiheit – beruflich wie privat – ist eingeschränkt. Alle müssen ihren Alltag neu organisieren, so auch die FundraiserInnen. Swissfundraising hat sie gefragt, welche persönlichen Auswirkungen die «ausserordentliche Lage» auf sie hat, wie sie ihren (Arbeits-)Alltag meistern und ob sie sich in entstehenden Initiativen engagieren.

Swissfundraising hat vor einer Woche eine Umfrage bei den Mitgliedern gestartet – mit Fragen zur persönlichen Situation, zu jener der Organisation und zum Fundraising (die Umfrage ist weiterhin offen) in der Corona-Krise. Dieser Beitrag widmet sich den persönlichen Auswirkungen.

Wie geht es weiter?

«Mein ganzes Leben steht Kopf und Planungssicherheit gibt es aktuell keine», heisst es in einem der Kommentare, der wohl vielen aus der Seele spricht. Die Unsicherheit ist gross und eine Frage jagt die nächste: Wie soll ich Privat- und Berufsleben bei 100% Homeoffice noch sauber trennen können? Wie stemme ich die weiterhin anfallenden (hohen) Kosten für die Kinderbetreuung bei gleichzeitigem Lohnausfall wegen weniger Arbeitszeit aufgrund der nun bei mir liegenden Betreuungsaufgabe? Wie gehe ich mit dem Ausbleiben sozialer Kontakte über einen längeren Zeitraum um? Ich bin selbst Teil der Risikogruppe – was mache ich jetzt? Die Rückmeldungen zeigen: Die aktuelle Situation stellt uns alle vor grosse Herausforderungen, aber gemeinsam sind wir stark genug, diese zu überwinden, wie es in einer Antwort heisst: «Wichtig ist, dass wir alle zusammenstehen, solidarisch sind und gemeinsam diese Situation meistern. Dies möglichst gesund, alles andere ist zweitrangig».

Und immerhin: Trotz oder vielleicht «dank» der Absage, Verschiebung und Reorganisation von Terminen, Kursen, Ferien und Projekten haben die meisten Befragten auch mehr zu tun, und können sich auf diese Arbeit fokussieren.

Homeoffice

Kannst du im Homeoffice arbeiten?

9 von 10 FundraiserInnen können ihrer Arbeit in den eigenen vier Wänden nachgehen. Die meisten nutzen diese Möglichkeit auch. Andere hingegen verzichten bewusst teilweise oder ganz aufs Homeoffice. Einerseits gibt es Organisationen, deren IT-Infrastruktur das nicht zulässt, andererseits kann auch das Internet zuhause schlicht «zu schwach» sein (z.B. für video calls).

Persönliches Engagement

Knapp 45 Prozent aller Befragten gab an, sich in (entstehenden) Initiativen zu engagieren, in denen es um Nachbarschaftshilfe oder Unterstützung in Medizin und Pflege geht. Als einen der Hauptgründe dafür nennen sie die Solidarität, die gerade in Notsituationen eine Schlüsselrolle einnehme: «Es ist jetzt an allen, einen Beitrag für das grosse Ganze zu leisten und es kann noch viel mehr gemacht werden», lautet ein Kommentar. Von den gut 55 Prozent, die sich nicht engagieren (können), geben viele an, dass es ihnen schlicht an Zeit oder Kapazität (oft ausgelöst durch Mehrfachbelastung) fehle.

Engagierst du dich in den entstehenden Initiativen (Nachbarschaftshilfe oder Unterstützung in Medizin und Pflege)?

Erwartungen an Swissfundraising

Die FundraiserInnen haben klar mitgeteilt, dass sie die Rolle von Swissfundraising vor allem darin sehen, in dieser Situation politisches Lobbying zu betreiben. Die Berufsorganisation setzt sich in dieser Phase (gemeinsam mit anderen Organisationen aus dem gemeinnützigen Bereich) dezidiert für den NPO- und Fundraising-Sektor ein. Ebenso sind Angebote für Online-Weiterbildung sowie die Unterstützung im Alltag (Tools) geplant.

Was erwartest du von Swissfundraising in dieser Situation?