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Crowdfunding-Monitor 2016: Wachstum gemäss Experten-Erwartungen

24.05.2016

Die seit 2014 jährlich im Mai publizierte Studie Crowdfunding-Monitoring vermerkt jeweils, dass der Schweizer Crowdfunding-Markt zwar deutlich wächst, sich die absoluten Volumen aber noch auf tiefem Niveau befinden. Dies kann auch für das vergangene Jahr festgestellt werden: Das Volumen ist zwar exakt den Studienautoren-Erwartungen des Vorjahres entsprechend von knapp CHF 16 Millionen auf etwas über CHF 27 Millionen angewachsen. Crowdsupporting ist in der Schweiz tendenziell ein lokales Phänomen. Projektinitiant und Geldgeber sind im Durchschnitt lediglich 12 Kilometer voneinander entfernt.

Im Vergleich mit dem Ausland – insbesondere mit Grossbritannien oder den Vereinigten Staaten – stufen die Autoren die Relevanz von Crowdfunding als Finanzierungsquelle aber weiterhin als eher tief ein. Gleichzeitig können sie jedoch feststellen, dass sich die Struktur des Marktes und damit auch die Wachstumserwartungen deutlich geändert haben. Dies ist einerseits auf den Markteintritt (die Anbieter wuchsen innert Jahresfrist von 30 auf 40 Unternehmungen) oder des Ausbaus von Plattformen vor allem im Bereich KMU-Lending und Real Estate Crowdfunding zurückzuführen.

Durchschnittsspende von 140 Franken

Das grösste Wachstum von 2014 auf 2015 verzeichnete der Bereich Crowdlending (+126%, auf CHF 7,9 Mio.), gefolgt von Crowdsupporting/Crowddonating (+60%, auf CHF 12,3 Mio.) und Crowdinvesting (+54%, auf CHF 7,1 Mio.). Im Jahr 2015 wurden im Crowdsupporting und Crowddonating (Spenden ohne oder mit kleinen Gegenleistungen) von 1`639 lancierten Kampagnen 1`059 Kampagnen finanziert. Dies entspricht einer Erfolgsquote von 64,6 Prozent. Rund 88`000 Personen haben in diesem Bereich ein Projekt unterstützt. Pro Kampagne waren es durchschnittlich 83 mit einer Duchschnittsspende von 140 Franken. Rund ein Prozent der Bevölkerung also haben sich engagiert, und der gespendete Gesamtbetrag lag etwa bei einem Prozent der gesamten Spenden von Privatpersonen im Land.

Transparenz erhöhen

Das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern – Wirtschaft veröffentlicht mit Unterstützung der Swisscom jährlich das vorliegende Crowdfunding Monitoring. Diese Publikation soll die Entwicklung in der Schweiz aufzeigen, die bestehenden Plattformen vorstellen und die Treiber der zukünftigen Entwicklung erläutern. Dadurch soll sich auch die Transparenz in diesem ansonsten noch immer wenig erforschten Bereich weiter erhöhen. Der grösste Intenet- und Telekom-Anbieter des Landes hat unter seinen Dienstleistungen Software für Plattformen und plant die Lancierung einer eigenen Plattform für gemeinnützige Projekte. Das Institut erwartet, dass die Kampagnen für Beteiligungen an KMU und Liegenschaften aufgrund der hohen Projektvolumen das Wachstum von Crowdfunding in der Schweiz deutlich beschleunigen werden. Andererseits sind auch etablierte „ältere“ Plattformen wie wemakeit 100-days, Cashare, investiere weiterhin stetig am wachsen.

Hier steht die Studie zum kostenlosen Download bereit: https://blog.hslu.ch/retailbanking/crowdfunding/