Runder Tisch zu Ablösung LSV+

24.06.2026

An einem Runden Tisch hat Swissfundraising gemeinsam mit Vertreter:innen von NPO und Zewo bei der SIX AG die wichtigsten Anliegen der Branche bei der Ablösung der LSV+ eingebracht: Eine zeitliche Verschiebung der Abschaltung von LSV+ und eine neue Lösung (eBill Direct Debit) mit automatischer Konvertierung bisheriger LSV+. Ein nächster Runder Tisch ist für Herbst 2026 geplant.

Die für 2028 geplante Ablösung bzw. Abschaltung der LSV+ ist ein Thema, das viele Swissfundraising-Mitglieder bzw. die NPO, bei denen sie arbeiten, ganz wesentlich betrifft. Dies unterstreicht eine aktuelle Zewo-Umfrage.  Der Delegation unter der Leitung von Swissfundraising-Präsident Hanspeter Bigler gehörten denn auch Zewo-Geschäftsleiterin Martina Ziegerer und stellvertretend für rund fünfzig NPO zwei Geschäftsführer:innen von NPO an.

Die Ausgangslage

Eine Abschaltung von LSV+ im Jahr 2028, ohne automatische Konvertierung auf eine alternative Lösung wie eBill Direct Debit und ohne ein flächendeckend etabliertes Nachfolgeprodukt, dürfte einen erheblichen Schaden verursachen. Aufgrund von Umfragen und Hochrechnungen ist davon auszugehen, dass zwischen 2028 und 2038 insgesamt rund 240 Millionen Franken an heute sicheren Spendeneinnahmen wegfallen könnten. Im schlimmsten Fall wären es sogar CHF 320 Millionen. Für einige Hilfswerke könnte dies existenzbedrohend sein.

Dabei ist der Unterschied zwischen Spenden und anderen Zahlungen wichtig: Spenden erfolgen immer freiwillig, sind aber dank dem LSV+ für die NPO planbar geworden. Die errechneten Spendeneinahmen ab 2028 sind keine fiktiven Zahlen, sondern sind vorhersehbare Einnahmen aufgrund von 30 Jahren Erfahrung. Anders als bei einer Firma im Profitbereich, die für ihre Leistung Rechnung stellt, kann man eine Spende auch jederzeit nicht leisten, und zwar ohne Konsequenzen. Kein Hilfswerk wird jemals einen Spender/eine Spenderin betreiben wollen. Deshalb ist eine allfällige Pflicht zur Konvertierungszusage ein grosses Problem. Diese unterbricht den Spendenfluss.

Verschiebung der «Deadline» und kein Konversionsverlust

Die Delegation von NPO und Verbänden beantragte daher am Runden Tisch eine Verschiebung der «Deadline» von September 2028 um mindestens fünf Jahre, denn sie ist für praktisch alle Beteiligten zu kurzfristig. Eine Verschiebung schafft genügend Zeit für eine gute Nachfolgelösung und stellt sicher, dass möglichst viele Dauerspenden weiter getätigt werden. Konkret bedeutet dies, dass LSV+ bei bestehenden Spender:innen weiterläuft, bis sie ohne Konversionsverlust in die neue Lösung übernommen werden können. 

Am Ende des Austauschs, bei dem auch die SIX AG ihre Sicht der Dinge einbrachte, übergab die Delegation einen Anforderungskatalog, den eBill Direct Debit nach Meinung der NPO-Branche erfüllen sollte. Die SIX AG nahm die Anliegen der NPO entgegen. Ein nächster Austausch ist für Herbst 2026 vorgesehen.