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Neue Crowdfunding-Plattform «I care for you»

19.01.2016

Roland Jeanneret, «I care for you» ist eine neue, von Dir mitgegründete Crowdfunding-Plattfom. Wieso braucht es «noch» eine solche, wo doch so bekannte wie «wemakeit» schon länger auf dem Markt sind?
Bei meiner langjährigen Arbeit bei der Glückskette habe ich festgestellt, dass viele – vor allem kleinere – Hilfswerke neue Sammelmöglichkeiten suchen. Crowdfunding bietet diese Plattform, innert kurzer Zeit einzelne Projekte zu finanzieren. Mit www.icareforyou.ch (ICFY) wollten wir eine nicht-gewinnorientierte Möglichkeit ausschliesslich für humanitäre und soziale Zwecke schaffen. «Wemakeit» ist ein Gemischtwarenladen, wo für die Finanzierung von CDs, Tonanlagen, Erfindungen über Schultheaterprojekte, Ernährungsgärten bis zu Wahlkampfwerbung und Amerika-Studienreisenreisen Geld gesucht wird.

Was sind die Besonderheiten «Deiner» Plattform?
Wieso ist sie besonders für NPO geeignet?
Wir sind das einzige, ausschliesslich auf humanitäre und soziale Projekte spezialisiertes Crowdfunding. Entsprechend finden Spenderinnen und Spender rasch und direkt solche Projekte, die sie unterstützen möchten. Unsere Spezialisierung ist zugleich Markenzeichen.

Was kostet NPO das Aufschalten von Projekten? Ist das Verfahren wie bei anderen Plattformen so, dass die Spenden bei Nichterreichen eines Spendenziels nicht einkassiert werden?

Ja, das ist so: Crowdfunding funktioniert nach dem Prinzip des Alles oder Nichts. Kommt eine Projektfinanzierung nicht zustande, bezahlt niemand. Die versprochenen Gelder sind blosse Spendenzusagen. Auch dem Projektsteller entstehen keine Kosten – ausser, wenn spezielles Foto- oder Videomaterial produziert worden wäre. Kommt die Finanzierung zustande, bezahlt der Gesuchsteller maximal zehn Prozent der erreichten Summe, dies für Beratung, Software, Inkasso etc. – ein extrem günstiger Beitrag für Mittelbeschaffung. Im Vordergrund stehen immer einzelne Projekte und weniger die Organisationen.

Was sind weitere Besonderheiten des Crowdfundings?

Crowdfunding hat etwas sehr Spielerisches: Da ist die Challenge, ob die erwartete Summe in der vorgegebenen Zeit zustande kommt. Intern werben die Projektsteller in ihren Kreisen meist über Social Media. Die Spender erhalten ein persönliches Dankeschön und die Hilfsorganisation verfügt über zahlreiche neue SpenderInnen, bzw. über ihre E-Mail-Adressen. Es gibt eigentlich nur Gewinner bei dieser Sammelart.

Seit wann seid Ihr online und was sind Eure bisherigen Erfahrungen?

ICFY wurde Ende Oktober vorerst mit 15 Projekten aufgeschaltet. Innert kürzester Zeit hatten bereits sieben Projekte mit einer Summe von über 50`000 Franken ihr Ziel erreicht oder gar überschritten. Besonders gefreut hat uns der Erfolg eines Projekts für einen Flüchtlings-Treffpunkt in Zürich – hier war das Geld bereits nach wenigen Tagen beisammen. Unser Ziel ist, jeweils 30 bis 40 Projekte mit unterschiedlichen Laufzeiten online zu haben.

Warum engagierst Du Dich gerade bei «I care for you»?
Ich bin seit drei Jahren pensioniert und möchte meine reiche Erfahrung im Humanitären vor allem auch kleineren Hilfsaktionen und Gruppen zur Verfügung stellen. In unserem Team und 6-köpfigen Stiftungsrat bin ich speziell für die Seriositätsprüfung der Projekte zuständig. Zudem konnten wir vom professionellen Know-how der äusserst erfolgreichen Crowdfunding-Plattform «I believe in you» profitieren, die sich bekannterweise auf Projekte im Sportbereich spezialisiert hat.

Roland Jeanneret (68)

Er arbeitete als Journalist und Moderator während 40 Jahren bei Radio und Fernsehen und leitete über zwei Jahrzehnte die Kommunikation bei der Glückskette. Als «Stimme der Glückskette» moderierte er zahlreiche Solidaritätsaktionen und half mit, über 1,2 Milliarden Franken an Spenden zu sammeln. Während seiner Tätigkeit besuchte er gegen 30 Länder, vor allem in Katastrophen- und Entwicklungs-gebieten. Jeanneret war Dozent an der Schweizer Journalistenschule MAZ in Luzern und leitete zudem zahlreiche Kommunikationskurse für Hilfswerke und öffentliche Institutionen. Als Buchautor verfasste er ein Tsunami-Erinnerungsbuch und schrieb ein Porträt über die Berner Entwicklungshelferin Elizabeth Neuenschwander. Ferner ist er Co-Autor der ersten deutschsprachigen Biografie über die Piccard-Dynastie, wo es u.a. um Fragen von Cleantech und Umweltschutz geht.