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Zewo-Spendenstatistik: «Die Schweizer Bevölkerung spendet grosszügig»

04.12.2019

Die Stiftung Zewo – die Zertifizierungsstelle für gemeinnützige NPO, die in der Schweiz Spenden sammeln – publiziert jährlich ihre Spendenstatistik. Jene für 2018 zeigt: Hilfswerke, die in der Schweiz Spenden sammeln, haben 1,812 Milliarden Franken erhalten. Das ist das drittbeste Sammlungsergebnis seit es die Spendenstatistik der Zewo gibt. Zwei von drei Spendenfranken erhalten die zertifizierten Hilfswerke von privaten Haushalten.

Die Schweizer Hilfswerke haben im Jahr 2018 mit 1,812 Milliarden Franken fast gleich viel Spenden erhalten wie in den Rekordjahren 2017 und 2015. Seit vier Jahren ist das Spendenvolumen auf hohem Niveau stabil. Dies zeigt die Hochrechnung zur Spendenstatistik der Zewo, welche die Universität Freiburg jährlich im Auftrag der Zewo erstellt.

2 von 3 Franken spenden Haushalte

Von zehn Spendenfranken fliessen 5 Franken und 90 Rappen an Hilfswerke, die das Gütesiegel der Zewo tragen. Diese Hilfswerke haben im Jahr 2018 1,1 Milliarden Franken Spenden bekommen.

Von drei Spendenfranken stammen zwei aus privaten Haushalten. Es sind Einzelspenden, Mitglieder- und Gönnerbeiträgen oder Patenschaften in der Höhe von 534 Millionen Franken. Weitere 151 Millionen Franken haben die Hilfswerke geerbt. Insgesamt hat die Schweizer Bevölkerung die zertifizierten Hilfsorganisationen im Jahr 2018 also mit 685 Millionen Franken unterstützt. Im Vorjahr waren es 29 Millionen Franken mehr. Jeden dritten Spendenfranken haben die Hilfswerke von einer privaten Institution erhalten. Stiftungen und NPO haben die Arbeit von zertifizierten Hilfswerken mit 268 Millionen Franken gefördert. Firmen und weitere Institutionen haben 69 Millionen Franken beigesteuert. Total haben die zertifizierten Hilfswerke im Jahr 2018 also 337 Millionen Franken Spenden von privaten Institutionen erhalten. Das sind 28 Millionen Franken weniger als im Vorjahr. Das Verhältnis von privaten zu institutionellen Spenden ist mit 2 zu 1 stabil geblieben.

Gleichviel für Inland- und Auslandhilfe

Zertifizierte Hilfswerke, die hauptsächlich im Inland arbeiten, erhalten etwa gleich viele Spenden wie jene, die international tätig sind. Das Verhältnis hat sich im Laufe der letzten zwölf Jahre kaum verändert.

Die meisten Spenden gelangen direkt zu den Hilfswerken

Von 100 Spendenfranken erhalten zertifizierte Hilfswerke 99 Franken und 30 Rappen über herkömmliche Zahlungskanäle. Meistens sind es direkte Überweisungen von einem Bank- oder Postkonto auf das Spendenkonto der Organisation. Die verbleibenden 70 Rappen erhalten die Hilfswerke über neue Zahlungskanäle wie SMS oder Crowdfunding. Diese neuen Zahlungsformen spielen beim Spenden immer noch eine untergeordnete Rolle.

Hilfswerke verdreifachen ihre Spenden

Die zertifizierten Hilfswerke haben im Jahr 2018 insgesamt 1,1 Milliarden Spenden erhalten, leisten aber für ein Vielfaches davon Hilfe. Das hat nichts mit Zauberei zu tun. Sondern vielmehr damit, dass Hilfswerke ihre Projekte und Dienstleistungen auch mit öffentlichen Geldern finanzieren und selber Einnahmen erwirtschaften. Etwa indem sie bezahlte Dienstleistungen anbieten oder Produkte verkaufen. So haben die Zewo-Werke im vergangen Jahr zusätzlich zu den 1,1 Milliarden Spenden öffentliche Gelder in der Höhe von 1,3 Milliarden Franken erhalten und 946 Millionen Franken selber erwirtschaftet. Damit haben sie alles in allem 3,4 Milliarden Franken eingenommen. Das ist dreimal mehr als die Spenden, die sie erhalten haben.

Die von der Zewo zertifizierten Hilfswerke setzen im Durchschnitt von 100 Franken 79 für Projekte ein, 13 Franken benötigen sie für administrative Aufgaben und 8 Franken kostet sie das Spendensammeln. Dies geht aus der Kostenstudie der Zewo hervor, die sie letztmals im Jahr 2013 durchgeführt hat. Die nächste Studie plant die Zewo im kommenden Jahr auf der Basis der Jahresrechnungen 2019 von zertifizierten Hilfswerken.

Zewo Spendenstatistik 2018 (PDF)